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Des Rätsels Lösung.
Was hat 1,5 Kubikmeter Rauminhalt, wiegt 3,4 Tonnen
und stellt sozusagen den Anfang unserer Schule dar?
Jeder dürfte daran schon oft vorbeigelaufen sein, ohne davon Notiz
zu nehmen, geschweige denn, zu wissen worum es sich da handelt:
es ist der „Grundstein“ unseres Gebäudes an der Karlstrasse
6, besteht aus Nagelfluh und liegt 2 Meter vor der Nordfassade, in der
Wiese an der Barerstrasse, zwischen den Sträuchern, wo er vor sich
hinwittert.
1954 hatte eine Gruppe engagierter Architekturstudenten mit einer handstreichartigen
Grundsteinlegung in das zähe Ringen nach dem 2. Weltkrieg um die
Neugründung der „Staatsbauschule“ eingegriffen. Es war
gelungen, den harten Kern der Befürworter des Projekts auf Ministeriumsebene,
der Münchner Bauwirtschaft und die Geistlichkeit beider Konfessionen,
davon überzeugen, dass ein Festakt – sozusagen im Voraus -
den Entscheidungsprozess nicht nur beschleunigen, sondern auch auf einen
Weg bringen würde, auf dem es kein Zurück mehr geben würde
– und so war es auch.

Der gewaltige Steinquader wurde auf dem Grundstück,
das juristisch noch nicht einmal dem Freistaat gehörte, quasi unverrückbar
platziert und gesegnet . . . und die Neugründung „ihrer“
Hochschule war unter grosser Anteilnahme auch der Presse und des Rundfunks
vollzogen! Unbekümmert und gewagt betätigte sich die Gruppe
auch als Namensgeber: Staatsbauschule München – Akademie für
Bautechnik.
Bald darauf konnte mit dem Neubau des Gebäudes begonnen werden.
Ein Teil der mutigen und engagierten Studenten von damals
besuchte im April 05 den Fachbereich, um an den 50sten Jahrestag des Festakts
zu erinnern, und sich darüber zu informieren, was aus ihrer Schule
geworden ist.
Die Gruppenbilder zeigen die Herrschaften – eine Dame und elf Herren,
zum Teil mit ihren Ehepartnern, alle gute 70 Jahre alt - um den Stein
versammelt.

Sie hatten auch eine recht konkrete Anregung mitgebracht:
man sollte die Wurzeln der Schule ein wenig freilegen und die „Gründerzeit“
etwas näher ins Bewusstsein rücken.
Zu diesem Zweck hatten sie die Chronik der Fachhochschule und eines Text,
der an den Festakt in den 50 er Jahren erinnert, abgefasst. Dieser könnte
– so die Vorstellung - in Verbindung mit dem Stein den Ursprung
der Fachhochschule dem Vergessen entreissen.
Die Anregung wollen wir gerne aufgreifen und uns um Realisierung bemühen!
Vielen Dank für die Initiative der Ehemaligen und die
Reise in unsere Vergangenheit!
Für den AlumniClub Architektur München ist das
kleine „Event“ ein schöner Anlass, den Zweck der Vereinsgründung
in Erinnerung zu rufen und alle Ehemaligen zu ermutigen, sich zu Wort
und möglichst auch zu Taten zu melden, damit solche Aktionen nicht
einmalig bleiben, sondern fester Bestandteil des Lebens unserer Hochschule
werden.
06.05 / 25.07.05e
Chronik der Fachhochschule München
1822
Gründung der Münchner Baugewerbeschule durch Prof. Hermann Mitterer
1909
Übergang in die Staatliche Bauschule München, die spätere
Staatsbauschule München
1944
Zerstörung der Gebäude an der Gabelsbergerstrasse, zeitweiser
Verlust der Eigenständigkeit
1949
einstimmiger Beschluss des Bayerischen Landtages zum Neubau der Staatsbauschule
München
1953
Einforderung der Erfüllung des Beschlusses durch eine Protestaktion
der Studenten im Bayerischen Landtag
1954
Grundsteinlegung durch Studenten gefördert durch Wirtschafts-Verbände
und grossem öffentlichem Interesse
1955
verzögerter Baubeginn im Herbst
1956
Bezug des halbfertigen Gebäudes zum Wintersemester
1957
Einweihung des Neubaues an der Karl-Barerstrasse, Staatsbauschule München,
Akademie für Bautechnik
1971
Übernahme der Staatsbauschule München, Akademie für Bautechnik
in die
Fachhochschule München
Staatsbauschule München
Grundstein
am 6. März 1954 gelegt von den Studenten nach jahrelangem Ringen
für den Neubau
ihrer Schule
in Anwesenheit von:
S.K.H. Kronprinz Rupprecht
Dr. W. Hoegner, stellv. Min. präsident
Dr. H. Meinzelt, Staatsrat Kultusministerium
Dr. W. von Miller, Bürgermeister
Dipl.Ing. H. Junker, MdL, Kurator
Dr. J. Neuhäusler, Weihbischof
D. Heckel, Dekan
Prof. Dr. M. Stiehle, Dir. Staatsbauschule
A. Dahmen von Buchholz, Asta-Vertretung
Studenten und Abordnungen der Münchner Hochschulen
Das rechte Mass stets sei`s bedacht
in Treu und Glaube wird`s gemacht
darum mauern wir in diesen Stein
den Titel „Akademie“ hinein.
STAND 2005-07
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